Einsatzübung – Rauchentwicklung im Gebäude

Feiern bis die Feuerwehr kommt“ – so oder so ähnlich hätte bei der Einsatzübung das Motto der Party im Abrissgebäude in der Fasanenstraße lauten können.

Jugendliche sind in der Nacht unerlaubterweise in das Gebäude eingestiegen und veranstalteten dort eine Party bis in die frühen Morgenstunden. In der Früh bemerkt ein aufmerksamer Nachbar wie aus einem der Fenster im ersten Obergeschoss dichter Rauch dringt. Sofort greift er zum Telefon und wählt den Notruf 112. Die Leitstelle alarmiert kurz darauf die Feuerwehr Unterhaching sowie den Rettungsdienst mit dem Alarmstichwort „Rauchentwicklung im Gebäude“. Einer der  Jugendlichen hat sich gerade noch aus dem bereits stark verrauchten Gebäude retten können und wartet an der Zufahrt zum Firmengelände auf die Feuerwehr. An einem Fenster schreien zwei vom Rauch eingeschlossene Jugendliche um Hilfe und bitten panisch um eine schnelle Rettung. Zwei weitere Jugendliche konnten sich auf dem Flachdach der Firma in Sicherheit bringen. Ein anderer Jugendlicher wollte nicht auf seine Rettung warten und ist bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr vom Vordach gesprungen. Mit einer Fraktur und starken Schmerzen liegt er nun im Innenhof der Firma und wartet darauf, dass ihm geholfen wird. Wie viele Jugendliche tatsächlich beim Brandausbruch im Gebäude waren ist völlig unklar.  

Selbstverständlich ist die Geschichte von der Abrissparty nur fiktiv. Aber genau diese Lage findet der Gruppenführer des ersteintreffenden Löschfahrzeugs vor als er mit seiner Erkundung beginnt.

Die eingetroffenen First Responder beginnen sofort mit der medizinischen Erstversorgung des im Innenhof liegenden Jugendlichen. Der ersteintreffende Gruppenführer, bei dem die Einsatzleitung liegt, weist die Gruppenführer der nachfolgenden Löschfahrzeuge in die Lage ein. Der Auftrag ist ganz klar – Menschenrettung! Sofort beginnt die Rettung der Jugendlichen mittels Steck- und Drehleiter. Ein anderer Teil der Mannschaft rüstet sich mit Atemschutzgeräten aus, um nach den noch im Gebäude abgängigen Jugendlichen zu suchen. Aus dem Gebäude Gerettete werden zu einer Verletztensammelstelle gebracht wo sie von First Responder Kräften sowie dem Rettungsdienst in Empfang genommen und medizinisch versorgt werden. Die Suche im Inneren des Gebäudes erweist sich als äußerst schwierig. Dichter Rauch, zwei Geschosse, eine Vielzahl an Räumen und zu guter Letzt läuft noch laute Partymusik. Parallel zur Personensuche wird auch die Brandbekämpfung eingeleitet. Ein Hochdrucklüfter am Hauseingang bringt einen Luftzug ins Gebäude und verbessert die Suche im Inneren des Gebäudes. Jugendlicher für Jugendlicher, oder besser gesagt ca. 70 Kilo schwere Übungspuppen werden aus dem Gebäude gerettet. „Mayday, Mayday, Mayday… hier Atemschutztrupp 4… Kamerad in Not… benötigen Hilfe im Westteil des Gebäudes…“ hört man plötzlich am Funk. Ein Atemschutznotfall! Dieser wurde durch einen Atemschutzausbilder eingespielt um zu prüfen wie der Einsatzleiter und auch der in Bereitstellung stehende Sicherungstrupp auf den Atemschutznotfall reagieren und diesen abarbeiten. Jetzt muss es schnell gehen. Sofort macht sich ein vierköpfiger Rettungstrupp auf den Weg zum verunglückten Atemschutztrupp. Nach nur neun Minuten ist der Verunglückte Atemschutzgeräteträger aus dem Gebäude gerettet und kann dem Rettungsdienst übergeben werden.

Gut eine Stunde nach Übungsbeginn wird durch die Übungsleitung das Übungsende bekannt gegeben. Selbstverständlich folgt nach dem Aufräumen und Aufrüsten der Fahrzeuge eine Nachbesprechung der Einsatzübung. Neben vielen positiven Punkten gab es natürlich auch ein wenig Kritik durch die Übungsbeobachter. Aber genau für Letzteres übt man – um Fehler aufzudecken welche in weiteren Übungen dann besprochen oder thematisiert werden. Übung macht den Meister!

Zu guter Letzt möchten wir uns noch bei der Familie Gries bedanken, die ihr ehemaliges Firmengelände ganz unkompliziert für die Einsatzübung zur Verfügung gestellt hat. Ein Dank geht auch an die Firma Krämmel Bauplan GmbH die ebenfalls ganz unbürokratisch einer Einsatzübung auf dem Areal zugestimmt hat. Ohne Mimenteam wäre eine Einsatzübung nur halb so realistisch. Jungs und Mädels, vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung. Nicht vergessen möchten wir den Rettungsdienst, der von der BRK Bereitschaft Unterhaching und der BRK Bereitschaft Sauerlach gestellt wurde. Herzlichen Dank für eure medizinische Unterstützung.