Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Unterhaching üben bei der Feuerwehr Pullach i. Isartal

Atemschutzeinsätze können sehr anstrengend und schweißtreibend sein. Um die Fitness der Atemschutzgeräteträger unserer Wehr zu überprüfen, waren wir bei der Feuerwehr Pullach zu Gast. In der dortigen Atemschutzübungsanlage wurde die Fitness der Unterhachinger Atemschutzgeräteträger bei verschiedensten Belastungsübungen auf die Probe gestellt und an ihre persönliche Leistungsgrenze herangeführt. Diese Belastungsübungen sind für alle Atemschutzgeräteträger einmal im Jahr, gemäß der Feuerwehrdienstvorschrift 7, vorgeschrieben und Pflicht.

Vor Beginn der Übung wurden bei allen Teilnehmern der Blutdruck und die Herzfrequenz gemessen. Im Anschluss daran mussten die Atemschutzgeräteträger nacheinander auf ein Laufband und eine Endlosleiter. Welche Leistung erbracht werden muss, richtet sich nach dem Alter des jeweiligen Feuerwehrdienstleistenden. Jedoch wird dabei kein Unterschied zwischen Frau und Mann gemacht. So muss z.B. ein 25 jähriger Atemschutzgeräteträger während der Belastungsübung 80 KJ leisten.

80 KJ entsprechen in etwa folgender erbrachter Leistung. Wenn man davon ausgeht, dass ein Atemschutzgeräteträger mit Ausrüstung knappe 100 Kilogramm (75 Kg Feuerwehrmann + 25 Kg Ausrüstung) auf die Waage bringt, dann muss dieses komplette Gewicht in 80 Meter Höhe geschafft werden um die 80 KJ zu erreichen. Erst ab dem 50. Lebensjahr müssen nur noch 60KJ geleistet werden.

Wer das Laufband und die Endlosleiter hinter sich gebracht hatte, durfte im Anschluss daran in die Gitterkriechstrecke. In völliger Dunkelheit musste der Trupp sich seinen Weg durch die Strecke suchen.

Erschwert wurde das Ganze neben der Dunkelheit durch Einspielen von Brand- und Explosionsgeräuschen und Lichteffekten sowie jeder Menge Engstellen, Türen und Leitern. Hat der Atemschutztrupp die Kriechstrecke durchlaufen wurde wiederholt Blutdruck und Herzfrequenz gemessen.

Zu guter Letzt musste der Trupp noch in den Brandraum. Im Brandraum können verschiedenste Brände bis hin zum Flashover simuliert und deren Bekämpfung trainiert werden. Um die Brandbekämpfung so real wie möglich zu gestalten, wird der Brandraum wie bei einem echten Brand aufgeheizt und mit Rauch vernebelt.

Hauptaugenmerke der Ausbilder waren hier das richtige Öffnen der Türe, dass gedeckte Vorgehen des Trupps im Brandraum, der Einsatz der Wärmebildkamera, eine dynamische Strahlrohführung sowie das Verhalten des Trupps bei einem Flashover. In Nachbesprechungen mit dem Ausbilderteam wurde das Verhalten des Atemschutztrupps ausführlich besprochen.