Einsatzübung – Gefahrgutaustritt im Keller der Fasanenschule

„Hurra, Hurra die Schule brennt!“
Unter diesem Motto dürfte die diesjährige Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr Unterhaching gestanden haben. Solche jährlich einmal stattfindenden Einsatzübungen sind zusätzlich zu den Monatsübungen das große Highlight in unserem Übungsbetrieb.
Im vergangenen Februar war es dann wieder so weit. Die Grund- und Hauptschule an der Fasanenstraße ist umgezogen und wurde zur Grund- und Mittelschule am Sportpark. Das alte Gebäude stand also leer und hat auf den Abriss gewartet. Für die Organisatoren der Einsatzübungen war das natürlich der perfekte Ort „es so richtig krachen zu lassen“; und das nicht nur bildlich gesprochen. Da es nicht viele Gebäude dieser Art gibt, haben sich die Übungsleiter wieder etwas ganz besonderes einfallen lassen.
Das Übungsszenario war ein Chemieunfall, auf welchen weitere Explosionen im Schulgebäude folgten und welcher eine Vielzahl von Verletzten mit sich zog. So waren wirklich alle Einsatzkräfte der Feuerwehr in irgendeiner Art und Weise eingebunden und direkt am Geschehen beteiligt.
Um 08:30 Uhr morgens ging der Alarm bei der Feuerwehr ein, und nur 4 Minuten später waren die Einsatzkräfte vor Ort.
Die ersten Atemschutztrupps hatten die Aufgabe, sich über den Haupteingang Zutritt in das Gebäude zu verschaffen und direkt zur Personensuche im Kellergeschoß überzugehen.  Insgesamt wurden 20 Personen als vermisst gemeldet. Davon waren aber nicht alle im verrauchten Gebäude. Auch in eingestürzten Lichtschächten fanden Trupps verletzte Personen, die es schnell und zugleich sorgsam zu retten galt.

Um den Einsatz taktisch besser abwickeln zu können, wurde der weitläufige Schulkomplex durch den Einsatzleiter in Abschnitte unterteilt und die Einsatzfahrzeuge den einzelnen Abschnitten zugeordnet. Zusätzlich dazu gab es einen Sammelplatz für Verletzte, an welchem die First Responder der Feuerwehr die Erstversorgung übernahmen. Auf dem ehemaligen Lehrerparkplatz bezog der AB-Atemschutz Stellung. Dieser war Anlaufstelle für alle Atemschutzgeräteträger zum Flaschentausch und zur Regeneration. Außerdem fand dort die Atemschutzüberwachung statt. Der dafür Verantwortliche steht in ständigem Funkkontakt zu den Atemschutztrupps, kontrolliert in regelmäßigen Abständen die Einsatzzeit und fragt per Funk den aktuellen Flaschendruck der Atemluftflaschen der Geräteträger ab.

Während die Atemschutztrupps im Inneren des Gebäudes bereits auf Personensuche und zur Brandbekämpfung unterwegs waren, wurde im Außenbereich ein stark rauchender Container mit unbekanntem Inhalt erkundet. Da die Sicherheit der Trupps oberste Priorität hat, wurde der Entschluss gefasst diese im Chemiekalienschutzanzug (dies ist ein komplett geschlossener und somit gas- und flüssigkeitsdichter Ganzkörperschutzanzug) zu entsenden. Der Entschluss stellte sich letztendlich als richtig heraus, da in dem Container chemische Inhalte gefunden wurden, welche abgelöscht und geborgen werden mussten.

Die Trupps im Inneneinsatz hingegen wurden vor ganz andere Schwierigkeiten gestellt. In Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Pyrotechniker wurden diverse Spreng- und Rauchladungen im Gebäude, bevorzugt den Treppenhäusern und Kellerräumen verlegt und gezündet, um ein so reales Gefühl wie nur möglich zu vermitteln. Genau dies hat der Übung einen so speziellen Charakter gegeben.

Letzten Endes waren 68 Einsatzkräfte für über drei Stunden an der Übung beteiligt. In dieser Zeit wurden ca. 45 Atemluftflaschen von den Geräteträgern verbraucht. Alle 20 vermissten Personen konnten gerettet werden. Um auch im Ernstfall alle Personen schnellstmöglich retten zu können und das Feuer unter Kontrolle zu bekommen, sind diese spektakulären Übungen ebenso wichtig wie der Umgang mit Steckleiterteilen oder Schere und Spreizer.

Wir möchten uns daher bei den Anwohnern für das Verständnis um diese frühe Uhrzeit bedanken und hoffen, dass sich die zahlreichen Zuschauer von der Arbeit ihrer Freiwilligen Feuerwehr überzeugen konnten.